Ayurveda, Körper- & Haarpflege, Naturkosmetik

Ayurveda Spezial – Schönheitsgeheimnisse

Etwas verspätet, als Weihnachtsüberraschung, habe ich ein paar Schönheitstipps aus dem Ayurveda für euch. Ich selber war vor ein paar Jahren in Indien und bin dort schon mit der ayurvedischen Medizin in Kontakt gekommen. Vor ein paar Monaten machten meine Eltern eine Ayurveda Kur und brachten nützliche Tipps mit, die mich auch dazu bewegten mich etwas mehr mit dem Thema auseinander zu setzen. Hier habe ich die einfachsten für euch gesammelt.

Ayurveda

Ayurveda (ayu=Leben,veda=Wissen) ist die traditionelle Medizin Indiens. Besonders die Ernährungs- und Heilkräuterlehre stellen einen wichtigen Bereich des Ayurveda dar. Zudem dient Ayurveda der spirituellen Weiterentwicklung des Menschen mit dem Ziel Glück und Zufriedenheit.
Laut dem Ayurveda besteht jedes Lebewesen aus den fünf Elemente Äther/Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde, allerdings in unterschiedlichen Anteilen. Diese Elemente fügen sich zu den vitalen Kräften des Ayurveda zusammen, die Doshas: Vata (Raum & Luft), Pitta (Feuer & Wasser) und Kapha (Wasser und Erde). Jedes Dosha besitzt verschiedene Eigenschaften, welche die physiologischen und chemischen Vorgänge der Lebewesen steuern, außerdem unsere Fähigkeiten, Stärken und Schwächen beeinflussen. Bei den Doshas kann es zu Verschiebungen kommen, durch Arbeit, Stress und eine ungesunde Lebensweise, die durch therapeutische Maßnahmen und die Ernährung ausgeglichen werden können.

Nach dem Ayurveda ist die Zusammenstellung der Doshas eines Jeden von Geburt an festgelegt. Ziel sollte es sein, diese Grundkonstitution zu erhalten, um Gesundheit und Wohlbefinden zu stabilisieren.
Es gibt sieben dieser Zusammenstellungen, die entweder rein oder gemischt (zB. Vata-Pitta) sind. [Sabnis Sitaram, Nicky: Ayurveda-Küche. Schnell und unkompliziert. München 2011. S.7-11.] Entsprechend kann dann die Ernährung angepasst werden. Seinen eigenen Konstitutionstyp kann man über Tests in Büchern ausfindig machen, wobei das meiner Meinung nach nicht ganz einfach ist und man sich besser von ayurvedischen Medizinern beraten lässt. Ich selber konnte meinen Typ durch die Beschreibungen nämlich nicht bestimmen, da er nicht eindeutig ist. Ich bin also sicherlich ein Mischtyp ;-).

Da ich euch aber sowieso keinen Kochkurs geben will und viele ayurvedische Schönheits-Tipps für alle Typen geeignet sind, braucht ihr euren Konstitutionstyp nicht unbedingt wissen. Beziehungsweise, normalerweise verwendte man einfach je Typ andere Öle, es gibt aber genügend, die für alle geeignet sind. Bei einer Ayurveda Kur wird der Körper übrigens zunächst gereinigt und dann die Ernährung umgestellt. Außerdem bekommt man verschiedene Heilkräuter und Tees unter Aufsicht von ayurvedischen Ärzten, zudem Ölmassagen, die den Körper entgiften sollen. Diese Reinigung des Körpers und die Herstellung des Gleichgewichts des eigenen Konstiutitonstyps helfen auch gegen äußere, sichtbare Störungen (Haut, Haar, Gewicht). Nun aber zu den Tipps…

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Körper

Statt Bodylotion wird im Ayurveda zur Pflege und Entgiftung des Körpers Öl verwendet. Körperöle gibt es in de Kosmetikindustrie mittlerweile zu Genüge. Im Ayurveda werden sie allerdings anders angewendet. Man erwärmt das Öl, massiert es dann auf den Körper und lässt es etwa eine halbe Stunde einziehen. Dann duscht man sich ab. Das soll den Körper entgiften und sorgt zugleich für schöne, weiche Haut. Bei dieser Methode hat man übrigens auch nicht das Problem, dass man danach zu ölig ist, zudem ist sie sehr entspannend und angenehm. Allerdings dauert das natürlich recht lange. Aus Indien hatte ich ein spezielles Ayurvedisches Öl mitgebracht bekommen: Kokosöl mit Kräutern. Ich nenne es auch das „Würstchenöl“, da mich der Geruch leider genau daran erinnert. Zu Erwärmung des Öls verwende ich ein Mini-Schokofondue (für 2 Personen), da die Erwärmung über einem Teelicht ideal ist. Man kann auch ein Butterkännchen verwenden, das dem gleichen Prinzip folgt. Grundsätzlich werden Jojoba-, Oliven- und Kokosöl von fast allen gut vertragen. Abgesehen davon muss man natürlich nicht an die Aufteilung der Dosha Typen glauben und kann testen, was gut tut. Öle in der Badewanne zu verwenden ist natürlich auch eine gute Methode die Haut zu pflegen.

Gesichtsmassage und -reinigung

Eine Gesichtsmassage kann wirklich kleine Wunder bewirken, gerade bei Menschen die schnell im Gesicht angespannt sind. Im Ayurveda verwendet man eine reinigendes und nährendes Öl (Sonnenblumen-, Sesam- oder Mandelöl), etwas Weizenkeimöl und zur Beduftung ein paar Tropfen ätherische Öle nach Belieben. Man kann natürlich auch einfach ein reines Öl verwenden.
Gut für…

  • trockene Haut sind Avocado-, Oliven-, Mandel-, Walnuss- und Erdnussöl;
  • empfindliche Haut sind Aprikosenkern-, Mandel-, Kokos-, Sonnenblumen- und Olivenöl;
  • fettige Haut sind Raps-, Mais-, Distel-, Traubenkern-, Mandel- oder Aprikosenkernöl
  • alle Hauttypen sind Jojoba- und Wildrosenöl.

[Rosenberg, Kerstin: Das Ayurveda-Praxisbuch für Frauen. Gesund, schön und sinnlich. München 2011. S. 132.]

Das Öl wird dann vorsichtig in die Haut massiert. Es dient auch zur Reinigung des Gesichts. Ich habe davon mittlerweile auch schon öfter auf Beauty Blogs gelesen und verwende diese Methode ab und zu anstelle einer Gesichtsmaske. Danach ist die Haut super weich und glatt und sieht entspannt und beruhigt aus. Außerdem benötigt man nicht mehr unbedingt eine Creme.

Nach dem sanften Einmassieren des Öls tränkt man ein kleines Handtuch, Waschlappen oder ein spezielles Gesichtstuch in heißes Wasser und legt dieses bei angenehmer Temperatur auf das Gesicht. Man kann dafür auch spezielle Kompressen machen, dies empfinde ich allerdings als zu aufwendig und man braucht recht viele Zutaten, weswegen ich hier nicht weiter darauf eingehe. So lässt man das Öl etwa 15 Minuten einwirken. Dann wischt man das überschüssige Öl vorsichtig mit dem Tuch ab. Danach verwendet man ein Hydrolat (zB. Rosenwasser) und befeuchtet damit sein Gesicht.

Fruchtmasken und -peelings

Für jeden Hauttyp:

  • Grundrezept: ½ Avocado, ½ Banane, 30g Quark
  • dazu sind Apfel, Aprikose oder Zucchini für alle Hauttypen geeignet (zu gleichen Teilen)
  • bei empfindlicher Haut sollte die Maske mehr Quark enthalten, um den Fruchtsäureanteil zu verringern

Die Zutaten werden zu einer cremigen Masse püriert und auf das gereinigte Gesicht aufgetragen. Man lässt sie etwa 10 Minuten einwirken und nimmt sie dann mit einem Tuch (Kompresse) und klarem Wasser ab. Danach wird im Ayurveda wieder ein Tonikum verwendet (besonders geeignet sind Orangenblüten-, Rosenwasser oder Zaubernuss).

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Zitronen-Pinda
Dafür werden ein paar Zitronen in Viertel geschnitten und mit Schale und etwas Honig eingekocht. Diese Masse gibt man in ein Säckchen (Pinda) und tupft damit das ganze Gesicht ab. Da reinigt, strafft die Haut und belebt sie.[Rosenberg 2011. S. 134-137.]

Papaya-Enzympeeling (oder Ananas-Enzympeeling)
Man püriert eine Papaya, gibt etwas weiße Tonerde hinzu und trägt die Masse auf die Haut auf. Anstelle der Papaya kann auch Ananassaft verwendet werden. Man lässt die Maske einwirken und rubbelt sie dann vorsichtig ab.[Rosenberg 2011. S. 134-137.]

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Joghurt Kurkuma Maske
Kurkuma ist gut für die Haut, deswegen machen sich die Frauen in Indien gerne eine Maske aus Joghurt (oder Milch) und Kurkuma. Dafür einfach etwas Joghurt mit etwa einem halben Teelöffel Kurkuma mischen und als Maske auftragen. Das beruhigt die Haut und vermindert Rötungen.

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Haare

Im Ayurveda werden Haare und Kopfhaut oft geölt und massiert. Dies fördert nicht nur das Wohlbefinden sondern auch die Konzentrationsfähigkeit und kräftigt die Haarwurzeln.

  • Sesamöl hilft gegen trockenes Haar;
  • Jojoba oder Neemöl helfen bei fettigem Haar, außerdem zitronenhaltige Spülungen;
  • Jojoba- und Rosenöl helfen bei Schuppen;
  • zur Kopfmassage werden außerdem Sesam-, Kokos-, Mandel- oder Kürbiskernöl empfohlen.

[Rosenberg 2011. S. 144-146.]

Öle lassen das Haar schnell fettig aussehen, weswegen man möglichst wenig verwenden sollte und eine längere Einwirkzeit einplanen sollte oder aber nach dem Einwirken die Haare wäscht.

Spülungen

  • Kamillen- oder Ringelblumentee hellen auf,
  • Rosmarin- oder Salbeitee dunkeln ab,
  • Schwarzer Tee verschafft Glanz,
  • Essig (sehr beliebt ist Apfelessig) und Zitronensaft beseitigen Seifenreste und machen die Haare weich.

[Rosenberg 2011. S. 144-146.]

Ich hoffe, die Tipps aus dem Ayurveda gefallen euch. Ich selber habe schon alle gelisteten getestet und für gut empfunden. Ich würde sie gerne noch öfter anwenden, allerdings fehlt mir oft die Zeit (oder zumindest denke ich das) Vermutlich könnte man aber einige ganz gut in seinen Tages- oder Wochenablauf einplanen. Deswegen mein Vorsatz für das neue Jahr: Mehr Ayurveda.

2012-03-01 Manaltheeram74
Wie sieht es bei euch aus, habt ihr schon ayurvedische Schönheitstipps angewendet? Oder habt ihr vielleicht Lust dazu bekommen?

Liebe Grüße und noch einen schönen zweiten Weihnachtsfeiertag wünscht Euch
Mari

Literatur:

Rosenberg, Kerstin: Das Ayurveda-Praxisbuch für Frauen. Gesund, schön und sinnlich. München 2011.
Sabnis, Nicky Sitaram: Ayurveda-Küche. Schnell und unkompliziert. München 2011.

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6 Kommentare

  • Antworten Binara 26. Dezember 2012 um 16:03 Uhr

    Hallo,

    das klingt interessant 🙂
    Ich mag Pflanzenkosmetik, ob nun aus Indien, Arabien oder von hier 🙂

    • Antworten Mari 2. Januar 2013 um 14:43 Uhr

      Hallo Binara,
      Naturkosmetik aus dem Ausland finde ich auch immer besonders interessant, man kann so viel neues entdecken!
      Liebe Grüße
      Mari

  • Antworten Frau Schäfchen 28. Dezember 2012 um 19:06 Uhr

    Ich habe schon einige Schönheitstricks angewendet ohne zu wissen, dass es Ayurveda ist.
    Gut zu wissen, dass Sesamöl gegen trockene Haare hilft (: Bisher habe ich es nur mit Olivenöl versucht.
    Danke für diesen sehr interessanten Artikel. Ich kann mir gut vorstellen, davon etwas auszuprobieren, obwohl ich nicht an die Aufteilung der Dosha Typen glaube. Aber wer weiß? Irgendwas Wahres wird schon drann sein 😀

    • Antworten Mari 2. Januar 2013 um 14:54 Uhr

      Hallo Frau Schäfchen,
      das ging mir genauso, gerade die Ölanwendungen werden ja schon seit längerem auch auf deutschen Beauty Blogs empfohlen.
      Ich glaube übrigens auch nicht an eine Aufteilung im Sinne der Dosha-Typen. Aber die Grundidee stimmt für mich, nämlich dass jeder Hauttyp/Haartyp eine andere Pflege braucht und es innerhalb dieser Typen noch mal Unterschiede gibt.
      Liebe Grüße
      Mari

  • Antworten Kristina 2. Januar 2013 um 14:12 Uhr

    Ein sehr schöner Post! Da muss ich gleich mal meinen Wälzer über Ayurveda suchen. 😉
    Ich bin ein kleiner Indien-Fan und Öljunkie sowieso. Ich könnte mir Haarpflege ohne Öle gar nicht mehr vorstellen, habe jetzt neben dem Haaröl vom Doc mit Neem auch eine Mixtur von Khadi in Gebrauch.

    Liebe Grüße und ein frohes neues Jahr. 🙂

    • Antworten Mari 2. Januar 2013 um 14:56 Uhr

      Danke, dir auch 🙂
      Freut mich, dass dir der Post gefällt. Ich finde Öle auch einfach toll, so simpel und dabei so viele Anwendungsmöglichkeiten!
      Liebe Grüße
      Mari

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