Grüne Mode

Behind the Scenes – Von der Zeichnung bis zur Modenschau

Die Bilder meiner fertigen Abschlusskollektion Slowly habe ich euch bereits gezeigt. Wieviel Arbeit hinter einem Kleidungsstück steckt, ist vielen Leuten nicht bewusst, deswegen möchte ich euch heute einen kleinen Einblick hinter die Kulisse meiner Abschlusskollektion geben.

Vor etwa einem Jahr bekamen wir die Trendthemen Herbst/Winter 2015/16 vom Deutschen Modeinstitut vorgelegt und konnten uns eines aussuchen, zu dem wir dann eine kleine Kollektion von 12 Outfits entwickeln durften, von der allerdings nur vier Outfits realisiert wurden, da nebenher normaler Unterricht einschließlich Abschlussprüfungen stattfand.

Nach der Trendrecherche und Ideensammlung haben wir über die Sommerferien Skizzen zum Thema gemacht und mit der Stoffsuche begonnen. Bis November sollten die Materialien feststehen, um bis Weihnachten fertige Kollektionsentwürfe ausgearbeitet zu haben. Die Stoffsuche gestaltete sich in meinem Fall gar nicht so einfach, wie ich schon mal beschrieben habe. Nachhaltige Stoffe findet man hauptsächlich im Internet und das bedeutet Proben über Proben bestellen und immer wieder Stoffzusammenstellungen zu verwerfen.

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Zeichnung eines Outfits, von Hand vorgezeichnet und am PC weiter bearbeitet.

Bis Anfang Januar haben wir dann die technischen Zeichnungen für die zu realisierenden Outfits erstellt und entsprechende Modellblätter geschrieben. Technische Zeichnungen dienen den Schnittmachern quasi als Anleitung für den Schnitt, die Modellblätter enthalten dann noch die entsprechenden Daten, wie Längenangaben oder Ähnliches.

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So sieht zum Beispiel die technische Zeichnung des Kleides meiner Kollektion aus.

Danach konnten wir anfangen Schnitte und Prototypen zu erstellen. Man tastet sich sozusagen an den Schnitt heran, um die optimale Passform, Fall und Schnitt eines Kleidungsstückes zu erhalten. Da wir nur recht wenig Zeit neben dem normalen Unterricht hatten, blieb es meisten bei 1-2 Prototypen, es können aber durchaus auch mehr werden. Dabei werden in der heutigen Industrie die Schnitte übrigens auch nicht mehr unbedingt in dem Land erstellt, in dem das Design entsteht. Je nachdem werden die technischen Zeichnungen mit entsprechenden Angaben nach Asien gesendet und dann werden dort die Schnitte samt Prototypen erstellt. Ob und wieviele dieser Schritte ins Ausland verlagert werden ist natürlich firmenabhängig. Das wird natürlich gemacht, weil es billiger ist.

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Ein paar fertige Schnittteile eines Pullovers.

Bis der fertige Schnitt entwickelt ist, kann das schon einge Zeit und Nerven kosten. Anfang der Osterferien war es dann endlich soweit, ich konnte die freie Zeit nutzen und meine Originale nähen. Pro Tag habe ich in den 14 Tagen im Durchschnitt etwa 1 Teil zugeschnitten und genäht, wobei man immer länger braucht, als man denkt. Die Arbeitszeit betrug dabei im Durchschnitt übrigens etwa 12 Stunden täglich, mal etwas mehr mal etwas weniger. Nebenher musste schließlich auch noch einiges organisiert werden. Nach den Osterferien musste ich dann noch diverse Kleinigkeiten fertigen, wie Knopflöcher und Säume, und ein paar kleiner Änderungen für eine optimalere Passform machen.

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Bis zur Abgabe am 11. Mai mussten dann noch die Fotos von den fertigen Outfits gemacht werden und eine Design- und eine Schnittmappe angelegt werden. In der Designmappe befinden sich Moodboard, Designkonzept, Farb- und Materialkarte und natürlich die Präsentationszeichnungen der Outfits. Außerdem durften wir uns für unsere Kollektion noch Labeling, Store Concept und so weiter audenken, was mir auch ziemlich viel Spaß gemacht hat. In der Schnittmappe befinden sich besagte technische Zeichnungen samt Modellblätter, Arbeitsablaufspläne (also Angaben, wie ein Kleidungsstück verarbeitet wird), Schnitte und Schnittteile in kleinem Maßstab usw. Also quasi die ganze Arbeit der Kollektion auf DinA4 zusammengestellt. Die fertigen Fotos der Kollektion könnt ihr in diesem Beitrag ansehen.

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Die fertige Kollektion durften wir dann auch auf dem Laufsteg präsentieren. Das war ein ganz besonderer Tag für uns Abschlusschüler, es ist wirklich ein tolles Gefühl seine Kreationen auf dem Laufsteg zu sehen und man ist wahnsinnig stolz auf sich, eine kleine Kollektion mit allem drum und dran selbstständig auf die Beine gestellt zu haben. Unten seht ihr ein paar Impressionen von der Modenschau:

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Wir machen natürlich an dem Tag Modenschau, an dem es am heißesten ist: 40 Grad! Die armen Models mussten auf dem Laufsteg schwitzen, aber wenigstens war es im Backstage Bereich einigermaßen kühl.

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Meine Models habe ich alle selber geschminkt und gestylt, mit Naturkosmetik natürlich ;-)!

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Und weil es selbst als Multi-Tasking-Talent eine Kunst ist hinter dem Laufsteg alles selber zu organisieren, haben meine lieben Models eifrig mitgeholfen.

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Tolles Gefühl, seine Outfits auf den Laufsteg getragen zu sehen!

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Schön, wenn alles gut geklappt hat! Das Kleid habe ich mir übrigens noch extra für die Modenschau genäht, passend zur Kollektion.

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Künstler-Chaos im Backstage Bereich =).

Ich hoffe die Einblicke in meine Kollektion haben euch gefallen! Ich freue mich natürlich über Kommentare und Fragen!

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3 Kommentare

  • Antworten Beate 3. August 2015 um 21:39 Uhr

    Liebe Inga, danke für die Einblicke in den backstage Bereich. Es war eine tolle Show!

  • Antworten Thank That 6. August 2015 um 14:32 Uhr

    Ein toller Post, der spannende Einblicke gewährt und zugleich zeigt, wie viel Abreit in einem Kleidungsstück vom Entwurf bis hin zur Fertigung steckt. Danke dafür!

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