Gedanken, Grüne Mode

Gedanken zum Thema: Grüne Mode ist zu teuer und es gibt zu wenig Auswahl.

Nachdem ich in letzter Zeit wieder mehrmals feststellen musste, dass einige Leute zwar irgendwie interessiert an Grüner Mode sind, aber letzendlich ihr „Das kann ich mir nicht leisten“-Argument und „Da gibt es so wenig Auswahl“ siegt, habe ich mir mehr Gedanken dazu gemacht, die ich euch natürlich mitteilen möchte :).

Ja es stimmt, nachhaltig und fair produzierte Kleidung ist teurer (aus gutem Grund!), als viele der günstigen Klamotten wie H&M, C&A, Primark und Co. Geht man aber ein oder zwei Preisstufen höher, also Marken wie Esprit, S.Oliver, Zara, Mango, dann stimmt es nicht mehr. In diesem Preisbereich kann man auch schon Grüne Mode kaufen. Gerade Basics sind nicht so teuer und außerdem gut erhältlich.
Gründe für die Preise sind übrigens nicht nur positive Auswirkungen für Umwelt und Arbeiter sondern auch, dass Öko-Labels im Normalfall recht klein sind und deswegen nur kleine Mengen abnehmen können und somit automatisch teurer werden. Dazu kommt außerdem, dass sie oft Bio-Baumwolle einsetzen, wo herkömmliche Marken entweder normale oder gar keine Baumwolle verwenden und stattdessen mit Chemiefasern arbeiten. Die Baumwollpreise sind generell gestiegen, Bio-Baumwolle ist aber noch teurer, was wiederum auch mit dem geringen Angebot und kleinen Abnahmemengen zusammenhängt. H&M und C&A (und einige andere Marken) bieten dagegen auch günstige Bio-Baumwollprodukte an, was zum einen daran liegt, dass sie größere Mengen abnehmen können und zum anderen, dass Bio-Baumwolle nicht gleich heißt, dass die Arbeiter fair bezahlt werden oder beim Färben,Waschen und Veredeln besonders auf die Umwelt geachtet wird. Es geht darum, wie die Baumwolle angebaut wird. Nur bestimmte Zertifikate geben einem die Versicherung, dass die Arbeiter auf dem Feld auch gerecht bezahlt werden. Trotzdem ist es meiner Meinung nach immer noch besser solche Produkte zu kaufen, als gar kein Zeichen zu setzen. Denn so verstehen auch diese Marken, was gefragt wird und man schont nebenbei die Umwelt, zumindest erhoffe ich mir das.
Dann muss man auch bedenken, dass die Qualität der Grünen Mode im Normalfall besser ist, als die der genannten günstigen Marken. Und was bessere Qualität hat, hält länger, heißt, wer weniger neu kaufen muss, spart auch Geld. Man sollte sich also fragen, ob man jetzt lieber jedes Jahr ein neues billiges Top kauft oder eines was mehrere Jahre hält.

Erstaunlich finde ich dann auch, wie groß der Kleiderschrank solcher Frauen ist, die sich keine Grüne Mode leisten können. Der Inhalt ist dann oft viel teurer als hätte man sich auf weniger, aber dafür nachhaltige und fair produzierte Kleidung beschränkt. Es siegt also oft auch einfach die Kauflust und der Spaß an Klamotten über die Grüne Mode. Irgendwie auch nachvollziehbar, dennoch kann man das meiner Meinung nach auch einschränken.
Eine andere Methode, sich nach günstiger nachhaltiger Mode umzusehen, sind außerdem Flohmärkte, Second-Hand Läden und Kleidertausch.

Ganz klar ist auch, dass sich Menschen, die sowieso kaum Geld haben Kleidung zu kaufen,  sich auch keine Öko-Mode leisten können oder gar sollten und, dass zum Beispiel Geld für gute Ernährung auszugeben zunächst wichtiger ist als in Grüne Mode zu investieren. Da gehen gewiss einige Dinge vor, dennoch sollte man bedenken, dass Bekleidung auch ein wichtiger Teil unseres alltäglichen Lebens und auch Überlebens ist und man Kleidung und ihrer Herstellung somit auch eine gewisse (Be-)achtung schenken sollte.

Allgemein geht es auch nicht darum, einfach nur noch bei Öko-Labels zu kaufen, sondern bewusster zu kaufen und eventuell auch anderweitig aktiv zu werden, durch die Teilnahme an Unterschriften- Aktionen oder Emails an Hersteller, um deutlich zu machen was gewünscht ist. Denn gerade Hersteller wie H&M, Zara und Co. oder gar Luxus Marken können einen positiven Einfluss auf eine Zukunft mit einem größeren Angebot an nachhaltiger und fair produzierter Kleidung haben!

Vertsändlich ist übrigens auch, dass wir Abwechslung und Neuheiten in unserem Kleiderschrank wollen und, dass wir mehr als nur Basics brauchen um Spaß an Mode zu haben und uns auszudrücken. Und genau da sehe ich momentan das größere Problem und leider auch bessere Gegenargument für Grüne Mode. Es ist schwierig auch mal schönere nicht ganz so alltägliche Kleidung zu finden, die von Basics, Klassikern und Streetwear abweicht und wenn man sie dann doch findet sind die Preise wirklich in berauschenden Höhen. Eine tolle Ausnahme, wie ich finde, bietet da peopletree, doch auch ist dieser Stil natürlich nicht Jedermanns Sache. Mehr Ausnahmen also bitte, oder noch besser, lasst die Ausnahmen zum normal werden! Ein riesen Lücke in der Grünen Mode stellen auch Taschen und Schuhe dar, da  diese im Normalfall doch wirklich ziemlich Öko-Müsli sind und zudem teuer.

Ich bin da übrigens total Frauen-untypisch. Ich besitze recht wenig Schuhe und Taschen, was auch daran liegt, dass mir selbst bei normalen Marken das meiste nicht gefällt und ich hier wirklich gute Qualität bvorzuge, die dann aber sehr teuer ist. Ansonsten ist mein Kleiderschrank eine bunte Mischung aus herkömmlichen Modemarken, H&M und C&A Bio-Baumwolle und Bio-Baumwoll-Sachen von Marken, bei denen ich mir nicht sicher bin, inwiefern man ihnen vertrauen kann, da sie keine Zertifizierung haben, „echter“ Grüner Mode und Kleidertausch. Seit etwa eineinhalb Jahren achte ich jedoch noch viel gezielter darauf, wo ich kaufe, wenn ich denn etwas kaufe. So wird mein Kleiderschrank in ein paar Jahren deutlich grüner sein!

Wie sieht es bei euch aus, wo und was kauft ihr ein? Kauft ihr Bio-Baumwolle von Anbietern wie H&M und C&A?

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4 Kommentare

  • Antworten Beauty meets Food 4. März 2013 um 14:02 Uhr

    Ich achte schon darauf, wo ich kaufe und versuche mich auch im Internet zu informieren, welche Marken sich um faire Bedingungen bemühen, da mir die Modelle der echten „grünen Mode“ meist leider nicht immer gefallen. Es ist leider nicht immer ganz einfach, den „Konsumteufel“ in einem niederzuringen, da man ständig von allen Seiten mit neuen Produkten bombardiert wird. Ich glaube aber auch, dass bewusstes Einkaufen ein erster Schritt sein kann.
    Liebe Grüße, Jessica

    • Antworten Mari 4. März 2013 um 18:18 Uhr

      „Konsumteufel“ ist ein passendes Wort :D!

  • Antworten sonny 11. März 2013 um 14:12 Uhr

    Grundsätzlich wäre es wahrscheinlich auch für uns gesünder, nur nachhaltige Mode zu kaufen, da v.a. Billiganbieter die Kleidung mit teils giftigen Farben färben, was zumindest teilweise bestimmt auch über die Haut aufgenommen werden kann (die Meisten kennen ja das Problem mit färbender Jeans auf dem weissen Ledersofa).
    Allerdings hat Jessica völlig Recht mit dem „Konsumteufel“! Ich muss zugeben, mehr günstige Klamotten zu besitzen, als nachhaltige. Allerdings schmeisse ich ein Teil nicht weg nach einem Jahr und oder es einen kleinen Riss hat (der wird dann unsichtbar geflickt).

    Leider gefallen auch mir die meisten Schnitte nicht, die Bio-Kleidung so anbietet, dazu sind mir die meisten Anbieter zu klassisch.

    People Tree hat einige schöne Dinge, danke für den Link! Hast du schon Erfahrungen mit den englischen Grössen? Ich habe CH-S bis M, was müsste ich wohl nehmen? 🙂

    • Antworten Mari 16. März 2013 um 13:38 Uhr

      Hallo,
      viele Farben sind tatsächlich nicht besonders „gesund“, insbesondere für Allergiker, ich merke manchmal wie ich auf bestimmte Kleidungsstücke reagiere. Ich weiß dann aber auch nicht, ob es an der Farbe oder am Stoff liegt. Aber leider wird auch oft Bio-Baumwolle mit „ungesunden“ Farben gefärbt.
      Du hast recht, viele Anbieter von Bio-Kleidung haben sich hauptsächlich auf Klassisches spezialisiert. Deswegen versuche ich, meine Klassiker dort zu kaufen und die ausgefalleneren Sachen woanders.

      Das mit den Größen fiel mir auch etwas schwer zu entscheiden. Wenn ich hier etwas kaufe, variieren meine Größen bei Oberteilen zwischen XS,S (zB bei Esprit) und M.
      Bei den Englischen Größen passt mir M (kann eventuell etwas groß sein, aber normalweise nicht störend) oder 10. Ich würde also sagen, dass ich bei den englischen Größen eher M kaufe als in Deutschland. Das liegt auch daran, dass S 8-10 entspricht und mir 8 zu klein ist, ich also auf Nummer sicher gehe.
      Bei People Tree stimmt die Größentabelle jedenfalls ganz gut mit den Maßen überein, man kann sich also daran orientieren.

      LG Mari

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