Gedanken, Grüne Mode

Mode – Konsumverhalten ändern

Vor ein paar Wochen schrieb Sun von Alabastermädchen einen Blogeintrag zum Thema Konsum und ihrem veränderten Kaufverhalten. Auch ich habe mir darüber natürlich schon so einige Gedanken gemacht und auch mein Kaufverhalten verändert. In der Bekleidungsindustrie haben nicht nur Menschen (unter unfairen Arbeitsbedingungen) zu leiden, sondern auch die Umwelt (u.A. wegen Einsatz von Chemikalien bei der Herstellung von Stoffen und zur Bearbeitung von Kleidungsstücken, ungereinigte Abwasser, weite Transportwege). Für Bekleidung und Accessoires aus Tierprodukten (Wolle, Leder, Cashmere..) müssen außerdem viele Tiere leiden. Deswegen ist es wichtig sich Gedanken darüber zu machen wo und was wir kaufen und vor allem wieviel.

Es ist ganz klar, dass fast alle von uns viel zu viel kaufen und eigentlich genau das Einschränken des Konsums nachhaltig wäre. Auch bei Einschränkung besitzen wir mehr als tatsächlich nötig wäre, denn vielen von uns macht bekleiden Spaß, wir wollen etwas Auswahl haben, wir drücken unsere Persönlichkeit mit der Kleidung die wir tragen aus und können unser Gegenüber beeinflussen. Kleidung hat unumstritten einen wichtigen Stellenwert in unserem Leben. Deswegen möchte ich euch einige Anregungen geben, wie man sein Kaufverhalten ändern kann, um umweltfreundlicher und ethisch korrekter zu kaufen und Kleidung zu tragen.

  • Wenn man etwas neues braucht oder möchte, kann man sich zumindest erst mal bei nachhaltigen Marken umsehen. (Unter Grüne Shops habe ich dazu eine ganze Reihe von Shops und Herstellern aufgelistet.) Die Auswahl ist mittlerweile recht groß und schön, bestimmte Sachen sind aber schwierig zu beziehen und/oder sehr teuer und für viele von uns deswegen nicht erschwinglich.
  • Man sollte in qualitativ hochwertige Kleidungsstücke investieren, da diese länger halten. Außerdem finden solche Teile später leichter Abnehmer, falls man sie doch mal loswerden will/muss. H&M Teile auf dem Flohmarkt verkaufen wird schwierig ;-).
  • Nur das kaufen, was einem wirklich gut passt und steht, dabei keine Kompromisse eingehen.
  • Für günstigere Kleidung keine Qualitätsmangel in Kauf nehmen, dass führt nur dazu, dass man insgesamt mehr kaufen muss und ist dann auch nicht wirklich billiger.
  • In Basics und Klassiker investieren, da diese immer oder zumindest alle paar Saisons wieder modern und außerdem leicht zu kombinieren sind.
  • Weniger Trendteile kaufen, da man diese meistens nicht besonders lange trägt.
  • Hochwertige, gut erhaltene Kleidungsstücke, die einem vielleicht momentan nicht mehr gefallen oder momentan nicht passen, nicht unbedingt gleich rauswerfen. Man kann sie auch erst mal in Seidenpapier verpackt in Kisten lagern. Es kann passieren, dass man sie nach zwei, drei Jahren doch wieder tragen möchte oder vielleicht möchte man sie ja auch für seine Kinder aufheben. Ich persönlich finde es zum Beispiel sehr schade, dass von meiner Mutter und meinen Großmüttern keine Kleidung mehr erhalten ist. Bestimmte Kleidungsstücke und Vintage werden einfach immer wieder interessant sein.
  • Herausfinden was einem besonders gut steht (Farben und Formen), da man diese Kleidungsstücke meistens am liebsten trägt. Dabei helfen können Freundinnen oder auch ein VHS-Kurs ;-).
  • In Secondhandshops und auf Flohmärkten kaufen.
  • Bei einem öffentlichen Kleidertausch mitmachen oder selber einen unter Freunden organisieren.
  • Für besondere Anlässe Kleidung von Verwandten oder Freunden leihen.
  • Manchmal lohnt es sich auch ein altes Kleidungsstück selber umzuändern oder von einem Schneider umändern zu lassen.
  • Die Kleidung richtig pflegen und nur dann waschen, wenn es nötig ist (Auge und Nase helfen ;-)), denn sonst verblassen die Farben schneller und die Qualität wird schlechter.
  • Shoppen sollte nicht das Hobby sein. Wer tatsächlich Mode zum Hobby machen möchte, könnte ja selber aktiv werden: Mode zeichnen, Mode- und Kostümgeschichte lesen, Modeschauen ansehen, Biografien von Modedesigner lesen oder sogar selber Kleidung nähen ;-). Zum Spaß shoppen zu gehen verleitet einen nur sich Dinge zu kaufen, die man nicht braucht oder die einem nicht lange gefallen. Vielleicht findet man aber sogar Gefallen daran, einfach nur durch die Läden zu ziehen und zu gucken, was es neues gibt OHNE sich etwas zu kaufen.
  • Vorsicht vor Frustshoppen! Wer schlecht drauf ist kauft nicht unbedingt bedacht ein.

Für mich persönlich ist übrigens nicht nur die nachhaltigere Lebensweise ein Grund anders Kleidung zu kaufen, sondern auch, da ich festgestellt habe, dass ich mich persönlich wohler fühle, wenn ich weniger besitze und sogar weniger Auswahl habe. Das vereinfacht so einiges. Im WWW finden sich einige Blogs zum Thema Minimalismus, deren Schreiber natürlich auch einen minimalistischen Kleiderschrank anstreben (Bsp: Miss Minimalist), hier kann man sich sicherlich ein paar Anregungen holen, auch wenn dieser Lebensstil bestimmt nicht für alle von uns geeignet ist.

Früher habe ich übrigens sehr viele Klamotten besessen, die mir ziemlich schnell nicht mehr gefallen haben und die ich dann verschenkt oder verkauft habe. Heute wundern sich meine Freunde oft darüber, dass ich ja gar nicht soviel Kleidung habe wie sie dachten (oder wie sie selber ;-)), obwohl ich mich sehr für Mode interessiere und sie mir Spaß macht. Ich finde es gut nicht ständig die Qual der Wahl haben zu müssen und nicht mehr so viele Klamotten zu besitzen, die im Kleiderschrank vergammeln. Eine große Hilfe bei der Einschränkung war vor allem, dass ich mal ein halbes Jahr aus einem Koffer gelebt habe, denn dann ist man auf so wenig beschränkt, dass man merkt wie wenig man braucht und vermisst und gleichzeitig eine gute Auswahl auch mehr zu schätzen weiß.

Wie geht es euch, habt ihr euch auch eingeschränkt? Oder seht ihr das ganz anders? Kauft ihr einfach wie ihr lustig seid oder habt ihr euch auch ein paar Regeln gesetzt?

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2 Kommentare

  • Antworten Sun 2. August 2012 um 17:38 Uhr

    Das nenne ich mal eine gut durchdachte Liste 🙂
    Schon allein wenn man Punkt C und H beachtet, kann man auf so manche Kleidungsstücke verzichten. Früher habe ich doch häufiger Teile gekauft die nicht 100%ig gepasst haben und die ich dann immer nur mit gewissen Teilen kombinieren konnte und wollte. Inzwischen achte ich sehr darauf, dass die Farbe gut zu meinem Haut- und Haarton passt und perfekt passt, denn nur dann fühlt man sich wohl und trägt die Kleidung auch häufig.

    Liebe Grüße
    °Sun

    • Antworten Mari 3. August 2012 um 12:57 Uhr

      Hey Sun,
      stimmt genau, habe ich früher auch gemacht und vor allem auch Trendteile gekauft die mir einfach nicht standen. Das mache ich jetzt nicht mehr. Natürlich braucht man auch eine Weile bis man herausgefunden hat welche Schnitte und Farben einem gut stehen, aber seitdem bin ich auch zufriedener mit den Klamotten 🙂
      Liebe Grüße
      Mari

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