Grüne Mode, Materialien & Pflege

Richtig Wäsche waschen und pflegen Teil I: Vor und nach der Wäsche

Im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit in der Mode sollte darauf geachtet werden, richtig zu waschen und zu pflegen, um eine lange Lebenszeit der Kleidung zu garantieren. Das sagt sich so einfach, aber viele wissen gar nicht, wie man seine Kleidung richtig wäscht. Oft fragt man sich, was eigentlich schiefgelaufen ist, warum die Kleidung verzogen und ausgebleicht ist, Pilling und Löcher auftauchen oder etwas einläuft. In meinem Blogartikel Das Geheimnis der sockenfressenden Waschmaschine: 7 Wäschemytherien enthüllt, habe ich bereits ein paar Fehler, die man beim Waschen und Pflegen macht aufgedeckt.

In den nächsten drei Blogposts zum Thema nachhaltige Mode wird es darum gehen, wie man seine Kleidung und die Umwelt schonen kann. Heute starte ich mit vor und nach dem Waschen, denn auch hier gibt es einiges zu beachten. Im zweiten Teil wird es dann um das Waschen und Sortieren gehen und im dritten Teil um die Wahl der richtigen Waschmittel.

3 Dinge die du vor und nach dem Waschen deiner Kleidung berücksichtigen solltest

1. Das solltest du beim Kauf einer Waschmaschine beachten:

Wenn man eine neue Maschine kauft, macht es Sinn der Kleidung zu Liebe auf die Waschprogramme und der Umwelt wegen auf den Energie- und Wasserverbrauch zu achten. Hier gibt es wirklich große Unterschiede. Viele Waschprogramme sorgen meiner Ansicht nach eher für Verwirrung, als dass sie Sinn ergeben. Für den normalen Haushalt braucht man meiner Erfahung nach folgende Programme: Kochwäsche, Pflegeleicht und Feinwäsche, Seide und Wolle, wobei letztere auch zusammengfasst als Handwäsche funktionieren. Gut ist natürlich auch ein Ökowaschprogramm, welches viele neue Waschmaschinen haben. Bitte beachte, dass die unterschiedlichen Programme bei unterschiedlichen Herstellern anders heißen können.

Optimal ist es wenn man Schleuderzahl und Temperatur variabel einstellen kann. Unpraktisch ist es zum Beispiel wenn die Feinwäsche nur einen Schleudergang von 1200 Umdrehungen hat. Seide und Wolle müssen unbedingt als Kalt- höchstens als 30 Grad Wäsche auszuwählen sein. In meiner letzten WG gab es das Wollprogramm mit 40 Grad, was natürlich zu heiß ist. Bei einem Waschmaschinen-Kauf würde ich mich vorher gut im Internet informieren und dann beim Händler beraten lassen, notfalls bei offenen Fragen auch den Waschmaschinen-Hersteller anschreiben.

2. Wäsche vor-sortieren und nur waschen wenn es notwendig ist:

Man sollte immer daran denken, dass jeder Waschgang der Kleidung zusetzt, die Reibung in der Maschine, die Hitze und das Waschmittel schädigen die Fasern, Druckknöpfe, Reißverschlüsse und Nähte und lassen auf Dauer die Farben verblassen. Also lieber nicht nach Gefühl waschen, sondern dann wenn es wirklich nötig ist: Wegen Schmutz und Gerüchen oder wenn bei einem hohen Elastananteil die Kleidung etwas ausgeleiert ist.
Um unschöne Verfärbungen zu vermeiden und Farben länger schön zu erhalten sollte man Wäsche nicht nur nach Waschgang (dazu im nächsten Teil mehr) sondern auch nach Farben sortiert waschen. Dabei macht es Sinn folgendermaßen zu sortieren:

  • Weiß (wirklich nur rein weiße Teile, mit Außnahme von Drucken und Streifen)
  • Hell/Bunt (Pastelltöne, Beige, allgemein helle Farbabstufungen und helle Drucke)
  • Dunkel/Bunt (kräftige Farben, dunkle Drucke und Farben, kräftig bunte Drucke, Rot!, Schwarz)

3. Kleidung richtig trocknen, bügeln und aufbewahren:

Nicht nur beim Waschen sondern auch beim Trocknen der Kleidung sollte man einige Dinge beachten. Ein Wäschetrockner ist nicht wirklich nötig und nur eine Umweltbelastung, die zusätzlich kostet. Die meisten Kleidungsstücke haben im Trockner sowieso nichts zu suchen, da sie einlaufen, sich verziehen, an Farbe verlieren, verdrehen und letzendlich durch eine enorme Strapazierung der Fasern schneller kaputt gehen.
Wer auf den Trockner zum Beispiel aus Platzgründen oder wegen Schimmelgefahr in der Wohnung nicht verzichten kann, sollte hier wirklich auf die Anleitung im Kleidungsstück achten und den Trockner vielleicht nur für Ausnahmen wie Handtücher und Bettwäsche verwenden. Für Daunen zum Beispiel macht der Trockner wieder Sinn, da man Daunenjacken nach der Wäsche im Trockner (mit Tennisball) wieder fluffig bekommt.

Wer seine Wäsche an der frischen Luft trocknet sollte daran denken, dunkle Kleidungsstücke und Seide nicht in der Sonne stehen zu lassen, da sie sonst ausbleichen. Es macht Sinn die Kleidungsstücke vor dem Aufhängen auszuschütteln, damit sie von vornherein glatter fallen und Bügeln nicht unbedingt nötig ist (abgesehen von Blusen usw.). Bei Blusen und Kleidern lohnt es sich außerdem sie zum Trocknen auf einen Bügel zu hängen um unnötige Knicke und Falten zu vermeiden.

Kaschmir und Wolle sollte man grundsätzlich liegend trocknen und zwar so: Handtuch darunter legen, Kleidungsstück flächig ausbreiten und trocknen lassen. Danach nicht aufhängen sondern gefaltet in den Kleiderschrank legen. Das alles verhindert, dass sich die Kleidungsstücke aushängen, verformen und ausleiern. Auch grobe Strickware hat nichts auf dem Kleiderbügel zu suchen, da sie sich aushängen kann. Vor allem locker gestrickte Ware kann sich sehr aushängen, ich habe schon Kleidungsstücke erlebt, die von einem Long Shirt zum knielangen Kleid wurden. Bei engmaschigem Feinstrick kann man das etwas lockerer sehen (beispielsweise bei klassischen Strickjacken).
Blusen, Blazer, Kleider, Röcke und Business-Hosen sind im Kleiderschrank am besten auf passenden Bügeln aufgehoben, da sie so am wenigsten Knittern und erneutes Bügeln unnötig wird.

Wenn man all diese Dinge beachtet müssen die meisten Shirts und Hosen eigentlich nicht gebügelt werden. Bügeln bedeutet Energieverbrauch und mehr Hitze für die Kleidung, ich würde allein aus Zeitgründen nur bügeln wenn es wirklich nötig ist. Hierbei unbedingt auf die Angaben im Waschettikett achten. Grundsätzlich sollten Kunstfasern sowie Seide und Wolle nur bei niedrigen Temperaturen gebügelt werden. Schwarze Kleidung und Drucke immer nur von links bügeln, ebenso Seide!

Ich hoffe es war vielleicht schon etwas dabei, was ihr noch nicht wusstet oder euch weiterhilft, ich freue mich natürlich über eure Kommentare oder auch Fragen. Nächste Woche geht es dann weiter mit der Wahl des richtigen Waschgangs, Schleuderzahl und Temperaturen.

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