Gedanken, Grüne Mode

Sustainable Trendspotting – Fehlkäufe vermeiden

Vor ein paar Tagen veröffentlichte Greenpeace die Ergebnisse zu einer Umfrage zu Kaufverhalten, Tragedauer und der Entsorgung von Mode.

21% der Befragten sortieren demnach ihre Kleidung nur dann aus, wenn sie nicht mehr passt oder kaputt ist. Der Rest sortiert auch dann aus, wenn das Kleidungsstück aus der Mode gekommen ist, dem persönlichen Stil nicht mehr entspricht, mehr Platz für neue Kleidung benötigt wird oder weil das Kleidungsstück nur für einen bestimmten Anlass gekauft wurde. Zwar sind alle Punkte irgendwie nachvollziehbar, allerdings lassen sie sich vermeiden.

Jeder macht mal einen Fehlkauf, das kann einfach passieren. Das aber Unmengen an ungetragener Kleidung im Kleiderschrank verrotten oder einfach weggeschmissen werden ist absolut unnötig. Dazu tragen natürlich schnelllebige Trends bei, denen man leicht verfällt. Früher wechselte die Mode halbjährlich, mittlerweile alle paar Wochen.

Der Trugschluss dabei ist, dass es in Wirklichkeit gar nicht so viele echte neue Trends gibt. Und, dass heutzutage viele Trends gleichzeitig existieren. Das heißt, wirklich unmodern kann man sich so schnell gar nicht kleiden. Im Grunde genommen ist die Mode heutzutage ein Mischmasch aus den vergangenen Jahrzenten, die neuartig zusammengewürfelt wurden und einigen, wenigen wirklich neuen Trends. Was ich damit meine: Alles schon mal irgendwo gesehen. Die meisten wirklich neuen Trends hängen nicht mit Farben, Mustern oder Formen zusammen sondern mit Materialien oder einer neuartigen Kombination.

Ich liebe Mode und ich liebe auch Neues in der Mode. Trends drücken immer auch die Stimmung innerhalb einer Gesellschaft aus und spiegeln Ängste, Hoffnungen und Wünsche wieder. Trends halten unterschiedlich lange an, ab und zu schleichen sie sich langsam ein und entwickeln sich zur dauerhaften Mode. Und genau hier gilt es, die Unterschiede zu erkennen und beim Einkaufen darauf zu achten, so dass die Kleidungsstücke auch sinnvoll genutzt und getragen werden können.
Ein Gespür dafür zu entwickeln, welcher Trend lange anhält und welcher nicht, ist sicherlich nicht für jeden was, immerhin ist Trendscout ein Beruf, es gibt aber trotzdem einige Punkte, die man beachten kann, wenn man ein neues Kleidungsstück kauft.

Meine Tipps um Fehlkäufe zu vermeiden:

  • Am besten kauft man Trend-Farben nur dann, wenn sie einem auch wirklich stehen, dann bereiten die Teile einfach länger Freude. Farben die einem nicht so stehen lassen einen nämlich fahl und blass erscheinen. Die meisten Farben sind alle zwei, drei Jahre wieder „in“, trotzdem macht es Sinn, nicht zu viele Teile in Trendfarben zu kaufen.
    Du weißt nicht welche Farben dir stehen? Dann finde deinen Farbtyp heraus. Ich finde diese Anleitung [Englisch] dazu sehr hilfreich.
  • Wer Teile in aktuellen Trend-Farben oder -Mustern kaufen möchte, sollte eher Kleidungsstücke kaufen, die sich sowieso relativ schnell abnutzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass mintgrüne oder neonfarbene Mäntel, die Jahre halten können, lange modern bleiben oder bald wieder in sein werden ist nämlich ziemlich gering.
  • Trendige Schnitte sollte man lieber nicht in Trend-Mustern oder –Farben kaufen. Solche Kleidungsstücke kommen einfach wahnsinnig schnell wieder aus der Mode, denn entweder ist das Muster nicht mehr modern oder der Schnitt. Die Kombination aus beidem ist dann zu viel des Guten. Ein auffälliger Schnitt in einer klassischen Farbe lässt sich dagegen länger tragen. Umgedreht genauso.
  • Wahrer Stil hat nichts mit Trends zu tun. Wie soll man einen Stil erkennen, wenn er ständig wechselt? Also lieber dem Stil treu bleiben und wenige Trendteile kaufen.
  • Langlebige Trends sind sogar oft die, welche nicht gleich adaptiert werden. Ich erinnere mich da zum Beispiel an die UGG-Boots, an die Leggins, an die Skinny-Jeans, Birkenstock und so weiter. Fand erst mal jeder doof, komischerweise halten sie sich seit Jahren. Hypes dagegen verschwinden gerne auch schnell wieder in der Versenkung. Der letzte Schrei wird genau zu dem, was er wortwörtlich ist.
  • Es gibt Trends, die kehren immer wieder, weil es eigentlich Klassiker sind, zumindest, wenn man sie in einer klassischen Farbe und nicht zu ungewöhnlichem Schnitt kauft. Beschäftigt man sich ein wenig mit Modegeschichte, fällt das schnell auf. Dazu gehören zum Beispiel: Tierprints, Lederjacken, Wildleder, Fransen, Ethno-Prints, Marlene Hosen, Maxi-Röcke und Kleider, Streifen, Punkte, Spitze und so weiter…
    Genau deswegen macht es bei diesen Trends aber auch Sinn in hochwertige Kleidung zu investieren, so dass man sie wirklich lange tragen oder aufheben kann.

Das waren meine Tipps gegen Trend-Fehlkäufe. Um generell Fehlkäufe zu vermeiden, gibt es natürlich noch mehr Punkte, die man beachten kann, wie zum Beispiel nur Teile kaufen, die richtig sitzen und auf gar keinen Fall Frust-Shopping betreiben!

Was haltet ihr von Trends? Habt ihr auch Strategien um Fehlkäufe zu vermeiden?

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4 Kommentare

  • Antworten Ginni 26. November 2015 um 19:06 Uhr

    Sehr coole Ratschläge zu diesem Thema! Ich muss sagen, dass Trends mich noch nie interessiert haben. Ich kaufe, was mir gefällt bzw. gut steht. Da ist die Chance auch sehr groß, dass ich die Kleidungsstücke länger trage als nur eine Saison. Allerdings entsorge ich dennoch auch Kleidung, die nicht kaputt ist. Ehrlich gesagt ist mir noch nie Kleidung wirklich kaputt gegangen, okay gerade heute habe ich ein Minilöchli in meinem geliebten Sweater von Armedangels entdeckt. Aber so manch ein Kleidungsstück sieht nach einigen Jahren so abgetragen aus, dass ich es einfach nicht mehr anziehen mag. Ausgeleierte Schnitte, blasse oder verwaschene Farben…da fühle ich mich dann nicht mehr wohl und gebe die Kleidungsstücke in die Sammlung. Aber in der Regel ist das wirklich erst nach einigen Jahren der Fall, sofern die Qualität stimmt.

    • Antworten Mari 26. November 2015 um 19:39 Uhr

      Hallo Ginni,
      das ist natürlich eine super Einstellung! Verwaschen, ausgeleiert und abgetragen verstehe ich auch schon unter „kaputt“. Man kann sich mit solchen Kleidungsstücken schließlich nicht überall blicken lassen, das hinterlässt einfach keinen guten Eindruck. Ich trage sie dann meistens noch zu Hause oder beim Sport.

  • Antworten Pandas Mum 27. November 2015 um 19:34 Uhr

    Ein informativer Artikel, Danke! Ich muss nicht jeden Trend mitmachen, obwohl ich schon ab und zu angefixt werde 😀 Mittlerweile weiß ich welche Farben, Schnitte und Materialien ich mag und auch wirklich trage. Da kann ein Teil noch so schön sein, ist es aus Chemiefaser, hänge ich es zurück, weil ich mich darin nicht wohlfühle (eine Ausnahme ist Viskose). Die Sachen, die ich aussortiere verkaufe, tausche oder verschenke ich, damit jemand anderes noch Freude daran haben kann.
    Liebe Grüße

    • Antworten Mari 29. November 2015 um 17:22 Uhr

      Genau, es ist auch super wichtig, dass man sich drin wohl fühlt, sonst wird es nämlich Kleiderschrankhüter. Ich versuche auch immer Teile die nicht mehr passen an Freunde weiter zu geben. Wenn die Qualität noch gut ist, klappt das auch meistens :).

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